Sechs Fragen, die AIS dir unterwegs beantwortet
AIS ist vor allem dann hilfreich, wenn du eine Entscheidung treffen möchtest. Statt auf eine lange Liste von Schiffsdaten zu schauen, beantwortet die Karte ganz praktische Fragen.
Was kommt an der Engstelle entgegen?
Vor einer Brücke, Kurve oder schmalen Durchfahrt erkennst du früh, ob dir ein Schiff entgegenkommt und wie schnell es fährt.
Wie heißt das Schiff vor mir?
Tippe das Schiff an. Der Name hilft dir, es über Funk gezielt anzusprechen, statt nur „Schiff voraus“ zu rufen.
Komme ich mit bei der Schleusung?
Ein Berufsschiff vor oder hinter dir gibt einen guten Hinweis, wann die nächste Schleusung anstehen könnte. So kannst du deine Fahrt rechtzeitig einteilen.
Wie voll ist die Bucht?
Schon vor der Einfahrt bekommst du ein Gefühl dafür, wie viele Boote dort liegen und ob sich die Suche nach einem ruhigen Platz lohnt.
Wie voll ist der Hafen?
Die Karte zeigt dir, wie viele Boote im Hafen liegen und wo gerade Bewegung ist. Nicht jedes Boot sendet AIS, aber der Überblick hilft bei der Planung.
Wo sind meine Freunde?
Wenn das Boot deiner Freunde AIS sendet, findest du es auf der Karte am Namen und siehst, ob es noch unterwegs ist oder bereits angekommen ist.
An Engstellen und vor Schleusen früher Bescheid wissen
Zoome auf die Brücke, Kurve oder Schleusenzufahrt. Die Spitze des Schiffssymbols zeigt die Richtung. Unter dem Namen stehen Kurs, Geschwindigkeit und das Alter der Position.
So erkennst du zum Beispiel, ob ein Fahrgastschiff bereits auf dich zukommt oder in derselben Richtung vorausfährt. Bei einem Berufsschiff auf dem Weg zur Schleuse kannst du besser abschätzen, ob eine gemeinsame Schleusung noch realistisch ist – ohne auf Verdacht Gas zu geben.
Tippe ein Schiff an, wenn du den Namen für einen Funkruf oder weitere Angaben brauchst.
In der Bucht siehst du Belegung und bekannte Boote
In einer Bucht erkennst du schon vor der Ankunft, wo sich Boote gesammelt haben und wo noch weniger los ist. Ein Name am Symbol macht bekannte Boote leicht wiederauffindbar.
Behalte dabei im Kopf: Viele kleinere Freizeitboote haben keinen AIS-Sender. Die Karte zeigt deshalb einen hilfreichen Ausschnitt, aber nicht jedes Boot, das tatsächlich dort liegt.
Vor der Hafeneinfahrt bekommst du einen ersten Überblick
Ein Blick auf den Hafen zeigt dir, ob viele Boote an den Stegen liegen und ob im Einfahrtsbereich gerade Schiffe unterwegs sind. Das ersetzt keine Liegeplatzanfrage, hilft dir aber bei der Entscheidung, ob du direkt einläufst oder vorher anrufst.
Zoome weit genug hinein, damit die einzelnen Symbole und Namen übersichtlich erscheinen.
Ein Tipp auf das Schiff zeigt dir die nützlichen Einzelheiten
Die Detailansicht beginnt mit dem Namen. Falls ein passendes Foto vorhanden ist, erkennst du das Schiff oft schon daran. Darunter siehst du Position, Gewässer oder Flusskilometer, Schiffstyp, Richtung und Geschwindigkeit.
Bei vielen Berufsschiffen kommen Ziel, Länge und Breite hinzu. Ganz unten steht, wie lange die letzte Position zurückliegt. Nicht jedes Schiff übermittelt alle Angaben; fehlende Zeilen sind daher normal.
So liest du Schiffssymbole und Farben
Die Form zeigt, wohin ein Schiff weist. Ein helles Schiff mit weißem Rand ist unterwegs; ein dunkleres Symbol steht still oder hat sich nicht als unterwegs gemeldet. Ein Anker bedeutet, dass das Schiff „vor Anker“ gemeldet hat. Ein blasses Symbol weist auf eine ältere Position hin.
Die Innenfarbe beschreibt die gemeldete Schiffsart. Sie ist keine Warnstufe.
Magenta
Segelboote, Motoryachten und andere Freizeitboote.
Grün
Fahrgast- und Frachtschiffe, zum Beispiel Ausflugsschiffe und Berufsschifffahrt.
Orange
Tanker.
Hellblau und Blau
Fischereifahrzeuge sowie andere Arbeits- und Spezialfahrzeuge.
Gelb
Schnelle Fahrzeuge.
Rot
Rettungsfahrzeuge und besondere Notsignale.
Grau
Die Schiffsart ist nicht bekannt oder wurde nicht gemeldet.
Achte immer auf das Alter der Position
Direkt unter dem Schiffsnamen steht zum Beispiel „31 s“, „3 min“ oder „1 h“. Das ist die Zeit seit der letzten empfangenen Position. Bei fahrenden Schiffen sind wenige Sekunden üblich. Stillliegende Boote melden sich oft seltener; über das Internet können zusätzliche Verzögerungen entstehen.
Bis ungefähr drei Minuten zeigt Rivers & Seas das Schiff normal. Danach wird es blasser, weil die tatsächliche Position inzwischen abweichen kann. Nach ungefähr 15 Minuten verschwindet es von der Karte.
Je enger die Stelle und je schneller das Schiff, desto wichtiger ist eine möglichst junge Angabe. Schau zusätzlich aus dem Fenster und verlasse dich bei Ausweichentscheidungen nicht allein auf Internetdaten.
Warum manchmal keine Schiffe zu sehen sind
Zoome zuerst näher heran. Rivers & Seas blendet AIS in großen Übersichten aus, damit die Karte lesbar bleibt. Prüfe außerdem, ob dein iPhone oder iPad gerade Internetzugang hat.
Die Abdeckung über das Internet ist je nach Land, Küste und Binnenrevier unterschiedlich. In manchen Regionen kommen viele Meldungen an, in anderen nur wenige oder zeitweise gar keine.
Außerdem sendet nicht jedes Boot AIS. Gerade kleine Sportboote sind oft nicht ausgerüstet oder haben ihren Sender ausgeschaltet. Mit einem eigenen Empfänger siehst du nur Schiffe in Funkreichweite; Ufer, Gebäude, Antennenhöhe und die Anlage an Bord beeinflussen diese Reichweite.
Einen eigenen AIS-Empfänger an Bord verbinden
Ein eigener Empfänger zeigt dir Schiffe direkt aus deiner Umgebung und funktioniert auch ohne Internet. Dein AIS-Empfänger muss seine Daten im Bord-WLAN bereitstellen; iPhone oder iPad und Empfänger müssen mit demselben WLAN verbunden sein.
Halte die Angaben aus der Anleitung oder Einstellungsseite deines Empfängers bereit: Verbindungsart, Adresse und Port. Du musst diese Werte nicht selbst erfinden.
- Tippe auf der Karte unten rechts auf die runde Schaltfläche mit Antenne und „AIS“.
- Aktiviere „Direkten AIS-Empfänger verwenden“.
- Wähle TCP, wenn dein Empfänger eine Adresse oder einen Hostnamen vorgibt. Trage diese Adresse und den angegebenen Port ein.
- Wähle UDP, wenn dein Empfänger seine Daten an das iPhone oder iPad sendet. Trage dann nur den angegebenen Port ein.
- Tippe oben rechts auf den Haken. Sobald Daten ankommen, erscheinen die Schiffe automatisch auf der Karte.
Bleibt die Karte leer, prüfe zuerst das gemeinsame WLAN, den Schalter „Direkten AIS-Empfänger verwenden“, die eingetragenen Werte und die Berechtigung „Lokales Netzwerk“ für Rivers & Seas. Prüfe danach am Empfänger, ob dessen Datenausgabe eingeschaltet ist.
Was ist AIS und wird es empfangen
AIS ist ein Funksystem, über das entsprechend ausgerüstete Schiffe unter anderem ihren Namen, ihre Position, Richtung und Geschwindigkeit senden. Andere Schiffe und Empfangsstationen können diese Meldungen aufnehmen.
Überall auf der Welt stehen Antennen, die solche Meldungen einsammeln und über das Internet weitergeben. Rivers & Seas stellt die dort empfangenen Schiffe auf deiner Karte dar.
Zusätzlich kann ein eigener AIS-Empfänger an Bord die Schiffe in deinem Umkreis direkt empfangen. Rivers & Seas zeigt auch diese Schiffe auf der Karte und führt sie mit den anderen Meldungen zusammen. Dasselbe Schiff erscheint deshalb nicht doppelt.
AIS ergänzt den Blick nach draußen, Funk und gute Seemannschaft. Es zeigt nur Schiffe, von denen tatsächlich eine ausreichend aktuelle Meldung angekommen ist.