Was zusätzlich nötig ist
Die grundlegende Verbindung zwischen Rivers & Seas und Signal K muss bereits funktionieren. Falls das Boot noch nicht in Rivers & Seas erscheint, richte zuerst Signal K ein.
Danach brauchst du drei Dinge: das Signal-K-Plugin „Signal K autopilot“, einen vom Plugin unterstützten Autopiloten und eine Verbindung zum Bootsnetz, die nicht nur Daten empfängt, sondern auch Steuerbefehle senden kann.
Das Autopilot-Plugin installieren
- Öffne die Verwaltung deines Signal-K-Servers im Browser.
- Öffne den App Store und suche nach „Signal K autopilot“.
- Installiere das Plugin und öffne anschließend seine Einstellungen.
- Wähle den Typ deines Autopiloten aus. Bei NMEA 2000 erkennt das Plugin die Geräteadresse häufig selbst. Wird nichts erkannt, kann die Adresse in den Plugin-Einstellungen eingetragen werden.
- Speichere die Einstellungen und starte Signal K neu, falls die Verwaltung dazu auffordert.
Das Plugin stellt die Autopilot-Funktionen für andere Signal-K-Apps bereit. Rivers & Seas kann darüber Auto, Standby und – soweit der gewählte Autopilot dies unterstützt – den gewünschten Kurs setzen.
Die NMEA-Verbindung muss senden können
Ein Autopilot wird nicht allein dadurch steuerbar, dass seine Daten in Signal K zu sehen sind. Die Verbindung zum NMEA-2000- oder SeaTalk-Netz muss bidirektional sein: Sie muss Informationen empfangen und Befehle zurück an den Autopiloten senden können.
Prüfe in Signal K, ob die verwendete NMEA-2000-Verbindung aktiv ist und auch senden kann. Eine nur lesende Verbindung zeigt zwar Instrumentendaten an, kann den Autopiloten aber nicht steuern.1
Cerbo GX mit VE.Can
Läuft Signal K auf deinem Cerbo GX, verbindest du einen VE.Can-Anschluss mit dem NMEA-2000-Netz. Dafür verwendest du den Victron „VE.Can zu NMEA 2000 Micro-C Kabelstecker“. Prüfe danach in Signal K, ob diese Verbindung aktiv ist und auch senden kann. Das Autopilot-Plugin kann seine Befehle dann über den Cerbo GX an den Autopiloten weitergeben. Einen zusätzlichen USB-Adapter brauchst du nicht.
Raspberry Pi mit Actisense
Läuft Signal K auf einem Raspberry Pi, verbindet ein Actisense NGT-1 oder NGX-1 den Pi mit dem NMEA-2000-Netz. Das Autopilot-Plugin nutzt dieselbe Verbindung zum Empfangen und Senden. Prüfe in Signal K, ob sie auch ausgehende Nachrichten unterstützt. Falls der Actisense ausgehende Nachrichten beschränkt, muss diese Freigabe zusätzlich in seiner Konfiguration geprüft werden.
Welche Autopiloten unterstützt werden
Der aktuelle Stand des Signal-K-Plugins unterscheidet sich je nach Hersteller und Verbindung. Prüfe vor einem Umbau immer noch einmal die aktuelle Dokumentation.2
Raymarine über NMEA 2000
Wird direkt unterstützt. Dazu zählen passende Raymarine-Systeme im NMEA-2000- beziehungsweise SeaTalk-ng-Netz.
Raymarine über SeaTalk 1
Wird unterstützt, benötigt aber einen bidirektionalen Wandler, der SeaTalk-Datagramme in NMEA-0183-Sätze übersetzt und auch wieder zurück.
Simrad über NMEA 2000
Wurde bisher mit einem NAC-3 getestet und benötigt laut Plugin-Dokumentation Signal K Server 2.17.x. Das Plugin kann den Sollkurs derzeit nur schrittweise erhöhen oder verringern; einen beliebigen Sollkurs oder Windwinkel kann es nicht direkt setzen.
Für SeaTalk 1 nennt das Plugin unter anderem passende Wandler von Digital Yacht, Shipmodul und gadgetPool. Für Routensteuerung und Windsteuerung empfiehlt die Plugin-Dokumentation zusätzlich „Convert Signal K to NMEA0183“ mit APB beziehungsweise MWV.
Rivers & Seas das Steuern erlauben
- Schalte den Autopiloten und den Kartenplotter ein.
- Verbinde das iPhone mit dem WLAN an Bord und öffne Rivers & Seas. Sobald die App den Autopiloten erkennt, erscheint die passende Anleitung.
- Versuche einmal, den Autopiloten in Rivers & Seas zu aktivieren. Er wird noch nicht eingeschaltet, aber Rivers & Seas sendet dadurch eine Zugriffsanfrage an Signal K.
- Öffne in der Signal-K-Verwaltung die Zugriffsanfragen.
- Erlaube Rivers & Seas den angeforderten Schreibzugriff. Anschließend kannst du zur App zurückkehren und den Autopiloten aktivieren.
Erst prüfen, dann fahren
- Prüfe zuerst in Signal K, ob Status und Sollkurs des Autopiloten angezeigt werden.
- Wechsle am gewohnten Pilot-Instrument zwischen Auto und Standby. Der Zustand sollte kurz darauf auch in Signal K und Rivers & Seas erscheinen.
- Teste anschließend bei sicheren Bedingungen eine kleine Kursänderung aus Rivers & Seas.
- Prüfe sofort, ob der Autopilot den neuen Kurs bestätigt und das Boot wie erwartet reagiert.
Andere Autopiloten und SeaRebbel MobilePilot
Ein NMEA-Anschluss allein bedeutet noch nicht, dass Signal K einen Autopiloten steuern kann. Das Signal-K-Plugin benötigt für jedes System eine passende Übersetzung zwischen seinen Befehlen und dem Protokoll des Herstellers.
Beim SeaRebbel MobilePilot ist die technische Kette grundsätzlich denkbar: Rivers & Seas auf dem iPhone › WLAN › Signal K auf Raspberry Pi oder Cerbo GX › Signal-K-Autopilot-Plugin › bidirektionaler NMEA-2000-Adapter › NMEA-2000-Netz › für MobilePilot vorbereiteter Actisense W2K-1 › MobilePilot.
SeaRebbel beschreibt inzwischen eine NMEA-2000-Anbindung über einen speziell konfigurierten Actisense W2K-1. Das Signal-K-Autopilot-Plugin enthält derzeit jedoch noch keine Unterstützung für MobilePilot. Deshalb lässt sich diese Kette noch nicht einfach in Betrieb nehmen.3
Damit das funktioniert, müsste die Signal-K-Community oder der Hersteller einen passenden Treiber ergänzen und mit echter Hardware testen. Der beste Startpunkt dafür ist eine Anfrage im GitHub-Projekt oder ein Gespräch in der Signal-K-Community.